Wechselrichter-Repowering

Steigern Sie die Erträge und Zuverlässigkeit Ihrer PV-Anlage

Untersuchung

Warum ist das Repowering von Wechselrichtern wichtig?

Der Wechselrichter ist das Herzstück einer Photovoltaikanlage. Störungen im Betrieb oder der vollständige Ausfall des Geräts können zu erheblichen Einbußen hinsichtlich der erzeugten Energiemengen und der erwirtschafteten Erträge führen. Eine geringe Systemverfügbarkeit durch unzuverlässige Hardware verringert außerdem die Konkurrenzfähigkeit einer Anlage, wenn nach Auslauf des Vergütungsanspruchs der erzeugte Strom vermarktet werden soll.

Ertragssteigerung

Welchen Zweck erfüllt das Wechselrichter-Repowering?

Das Wechselrichter-Repowering umfasst den Ersatz alter Wechselrichter durch neue Geräte. Dieser Ersatz kann zu erkennbar höheren Erträgen führen, da die Wirkungsgrade moderner Wechselrichter in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt um fünf Prozent gestiegen sind bei sinkenden Gerätepreisen im gleichen Zeitraum (2009 - 2019). Ein Ersatz steigert somit nicht nur die Leistung, sondern auch die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage. Eine hohe Systemverfügbarkeit aufgrund geringer Störanfälligkeit erleichtert außerdem die Vermarktung von erzeugtem Strom, wenn eine Anlage aus der EEG-Vergütung herausfällt. Moderne Wechselrichter bieten außerdem verbesserte oder neue Funktionen und Schnittstellen. Diese vereinfachen die Datenerfassung, den Datenaustausch, das Anlagenmonitoring aus der Ferne.

Checkliste

Für wen ist das Wechselrichter-Repowering interessant?

Eine Repowering-Maßnahme ist immer dann attraktiv, wenn der Mehrertrag durch Einbau eines neuen Wechselrichters die Kosten für das Repowering inklusive Finanzierung übersteigt.

Ein Wechselrichter-Repowering ist insbesondere sinnvoll, wenn:

  • Der Kauf eines neuen Wechselrichters günstiger ist als die Reparatur des alten Wechselrichters
  • Die bestehende Stringverschaltung erhalten bleiben kann und eine Umverdrahtung der Strings nicht notwendig ist, da dies zusätzliche Kosten verursacht
  • Eine Photovoltaik-Anlage vor April 2012 in Betrieb genommen wurde und eine hohe Einspeisevergütung erhält
  • In einer Anlage Niederfrequenz-Transformator-Wechselrichter verbaut wurden und eine Umrüstung auf einen Wechselrichter ohne Transformator technisch machbar ist (der Transformationsprozess führt zu Umwandlungsverlusten und in Folge haben Transformator-Wechselrichter funktionsbedingt einen geringeren Wirkungsgrad als Modelle ohne Transformator)
  • Die Wechselrichtergarantie abgelaufen ist und der Anlagenbesitzer bzw. -betreiber von der neuen Garantiezeit und den neu zur Verfügung stehenden Serviceleistungen profitieren kann
  • Sie eine bestehende Anlage um einen Speicher erweitern möchten und ein intelligentes Energiemanagement benötigen

Im Allgemeinen darf die Ertragssteigerung durch Wechselrichter-Repowering nicht mit der Wirkungsgradsteigerung zwischen Alt- und Neugerät gleichgesetzt werden. Sie ist abhängig von der Anzahl der umgerüsteten Strings und der darin enthaltenen Anzahl von Modulen, der anliegenden Eingangsspannung am Wechselrichter und dem MPP-Wirkungsgrad. Eine Simulation ist deshalb das beste Mittel, um den potenziellen Mehrertrag zu ermitteln.

Anbieter

Hier finden Sie in Zukunft eine stetig wachsende Auswahl an Handwerksbetrieben, die Sie für ein Wechselrichter-Repowering beauftragen können.

Häufig gestellte Fragen

Wie läuft ein Wechselrichter-Repowering ab?

Der beauftragte Installateur analysiert zunächst die technische und wirtschaftliche Leistung Ihrer Photovoltaik-Anlage. Anschließend wird das Potenzial ermittelt, welches durch eine Repowering-Maßnahme erschlossen werden kann und welche neuen Wechselrichter-Modelle dafür in Frage kommen. Wenn das Wechselrichter-Repowering aus wirtschaftlicher Perspektive sinnvoll ist, folgt der Ersatz des Altgeräts.

Nein. Der Austausch von Wechselrichtern beeinflusst Ihren Anspruch auf Einspeisevergütung nicht.

Bei einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung eines Wechselrichter-Repowerings werden die folgenden Punkte gegenübergestellt:

  • Kosten für Kauf und Installation des neuen Wechselrichters

vs.

  • Erhöhte Erlöse aus gesteigerten Energieerträgen
  • Geldwert der Garantiezeitverlängerung (Einsparungen durch abgedeckte Servicefälle)
  • Ggf. Erlöse durch Verkauf des alten Geräts

Der neue Wechselrichter muss mit dem bestehenden technischen System kompatibel sein. Daher sollte die Auswahl des neuen Wechselrichters zusammen mit einem kompetenten Fachinstallateur erfolgen. Auf folgende Punkte sollten Sie achten:

  • Eingangsspannung: Ist der neue Wechselrichter nicht für das bestehende System ausgelegt und liegt eine zu hohe Eingangsspannung an, kann diese zur Schädigung des Wechselrichters führen.
  • Strings & Eingänge: Es ist auf die Anzahl der Strings und auf die Eingänge zu achten. Ggf. muss die Stringlänge geändert werden, was mit einem größeren Aufwand verbunden sein kann.
  • Abmaße: Stellen Sie sicher, dass der neue Wechselrichter auch an dem Ort verbaut werden kann, an dem sich vorher das alte Gerät befand. Obwohl Wechselrichter im Schnitt kompakter geworden sind, kann nicht pauschal garantiert werden, dass der neue Wechselrichter für den Installationsort geeignet ist.
  • Trafo: Falls Ihr alter Wechselrichter einen Trafo besitzt und der neue keinen hat, kann dies relevant sein. Prüfen Sie, ob Ihre PV-Module eine Erdungsempfehlung für den Modul Pol haben.
  • Einspeisephasen: Hat Ihr alter Wechselrichter nur eine Einspeisephase und das neue Geräte drei Einspeisephasen, ist eine neue AC-Verkabelung notwendig.

Ein Wechselrichter-Repowering ist auch für Anlagen mit geringer installierter Leistung interessant, da diese die höchsten Einspeisevergütungssätze erhalten.

Nein. Die Steigerung des Ertrages ist auch von anderen Einflussgrößen abhängig. Dazu zählt die Menge der umgerüsteten Strings, die anliegende Eingangsspannung am Wechselrichter und der MPP-Wirkungsgrad. Letztere beiden werden beim angegebenen europäischen Wirkungsgrad nicht berücksichtigt.

Der Wechselrichterhersteller Steca und die Hochschule München veröffentlichten im Jahr 2014 die Ergebnisse einer Untersuchung zum Repowering von Stringwechselrichtern im Leistungsbereich von drei Kilowatt. Bei einer 2007 errichteten Photovoltaikanlage wurden die Hälfte der Wechselrichter mit 92 Prozent europäischem Wirkungsgrad durch neue Wechselrichter mit 98,1 Prozent Wirkungsgrad ersetzt. Natürliche Ertragsschwankungen wurden in der Berechnung anhand von Korrekturfaktoren ausgeglichen und die Erträge von umgerüsteten und nicht umgerüsteten Strings verglichen. Die AC-Leistung der umgerüsteten Strings stieg im Ergebnis um 9,23 Prozent und lag damit rund 3 Prozent höher als die Wirkungsgradsteigerung.