Beiträge von: Johannes Burgard

Diese 4 Trends machen Dienstleistungen im PV-Sektor endlich skalierbar

   |   By  |  0 Comments

4 PV-Monitoring Trends Titelbild

Vielfalt und Menge der verfügbaren Daten nehmen im Solar-Sektor stetig zu. Daraus resultieren datengetriebene Produkte, die das traditionelle Monitoring ablösen werden und auch im Bereich der Dienstleistungen für Veränderungen sorgen.

Stetig sinkende Investitionskosten lenken den Fokus der Geldgeber von CapEx auf OpEx um. Damit steht das Betriebsführungspersonal zukünftig unter stärkerer Beobachtung. Bei einem Entfall der gesicherten Einspeisevergütung ist mit einem zudem steigenden Kostendruck zu rechnen. Nur so wird die Wirtschaftlichkeit der Projekte gesichert werden können.

erhöhte Effizienz und Skalierbarkeit durch PV-Monitoring

Die heute herkömmlichen Lösungen bieten da wenig Abhilfe. Eine reine Monitoring-Software wird zukünftig nicht effizient genug sein. Manuell durchgeführte Analysen sind noch notwendige aber eben auch schwerwiegende Kostentreiber. Diese gilt es daher zu bekämpfen.

In diesem Blog-Beitrag wollen wir Ihnen 4 Trends aufzeigen, die Ihnen dabei helfen werden, Ihre PV-Dienstleistungen effizienter zu gestalten und Ihr Unternehmen zu skalieren.

1. Verbesserte Analyse & Diagnostik

Die anfänglich hohen Einspeisevergütungen ermöglichten auch hohen Kostenaufwand für die professionelle Betreuung von PV-Anlagen. Die schnell sinkenden Investitionsaufwände für PV-Anlagen führen im Markt zu einer neuen Erwartungshaltung. Die Servicebranche muss nachziehen und eine ähnliche Preisentwicklung zeichnen. Allein zwischen den Jahren 2016 und 2017 sanken die Preise für O&M-Verträge um 30% auf ein Niveau von rund 10 €/KWp pro Jahr. Dabei spielen die Personalkosten die größte Rolle im Servicegeschäft. Dieser Kostendruck wirkt sich direkt auf Wartungsverträge aus, denn diese müssen angepasst oder schlicht reduziert werden, um die Preisziele zu erfüllen.

Mit dem Einzug digitaler Technologien in die Solarbranche können Arbeitsschritte parallelisiert und verfügbare Ressourcen zielgerichteter eingesetzt werden. Die Monitoringsysteme werden zukünftig zuverlässig und kosteneffizient die PV-Systeme untersuchen, während das Wartungspersonal wertschöpfenden Tätigkeiten beim Kunden nachgehen kann.

2. Automatisierung & Reduzierung menschlicher Fehler

Photovoltaik ist ein globaler Wachstumsmarkt. Die Kapazität wird sich in den kommenden Jahren multiplizieren. Die Menge der verfügbaren Daten wird entsprechend steigen und zu signifikanten Herausforderungen im Markt führen.

Heute führt hochqualifiziertes Personal tägliche Kontrollen und Analysen manuell durch. Diese Dienstleistung wird sehr bald an eine Machbarkeitsgrenze stoßen. Der erforderliche Arbeitsaufwand kann durch verfügbare Kapazitäten nicht mehr abgedeckt werden. Um mit dem Wachstum schritthalten zu können, müssen O&M-Services auf eine gezielte (Teil-)Automatisierung der Arbeit setzen.

Daten werden zukünftig vom Monitoring-System automatisiert überwacht, bewertet und interpretiert. Lernende Algorithmen arbeiten kontinuierlich und mit gleichbleibender „Aufmerksamkeit“ Handlungsempfehlungen aus. Relevante Informationen sendet das System direkt an das Personal. Monotone, manuelle Rituale hingegen werden gänzlich entfallen.

3. Lizenzkosten und Konditionen

Die Preise für Monitoring-Software liegen heute noch oftmals um 0,80 € / kWp pro Jahr. Dies wird sich sehr bald ändern, denn aus Sicht des Kunden stimmt das Preis-Leistungsverhältnis nicht mehr. Die einfache Visualisierung von Daten wird nicht mehr als wertgenerierend oder gar wertschöpfend wahrgenommen.

Entwicklung der PV-Monitoringkosten für 100-750 kWp (€/kWp/Jahr)

Junge Unternehmen mit innovativen Lösungen fordern bestehende Vertragsstrukturen heraus. Diese Unternehmen sind schlank und agil aufgestellt, und zeichnen sich durch eine enorme anpassungsfähig aus. Damit Kunden aber jederzeit von dem technischen Fortschritt profitieren können, muss ein innovationsfreundliches Umfeld geschaffen werden. Mit kürzeren Vertragslaufzeiten werden Anreize für Softwareanbieter geschaffen, die eine Innovationsfreudigkeit fördern.

4. Open Data & Datenstandards

Nur ein Markt ohne Protektionismus ist fähig, ein marktgerechtes und kundenorientiertes Preis-Leistungs-Verhältnis zu erreichen. Die Lösungen der Zukunft werden aus einem Zusammenschluss verschiedener, hochspezialisierter Produkte bestehen. Geschlossene Systeme hingegen, die nicht über standardisierte Datenschnittstellen verfügen oder gar die Übermittlung von Rohdaten einschränken, werden es in Zukunft schwer haben ihre Produkte im Markt noch zu positionieren. Folglich werden sich geschlossene Systeme anpassen müssen, sonst werden sie überholt.

Die Standardisierung von Datenprotokollen und -Formaten ist eine notwendige Voraussetzung für zukünftige Innovationen. Durch die Standardisierung von Daten werden digitale Produkte kundenspezifischer und damit wirtschaftlicher. Die “Orange Button Initiative” und das Handelsbündnis “Sunspec” fördern einen solchen Fortschritt.

Fazit

Diese Trends zeigen, dass das Photovoltaik-Überwachungssystem der Zukunft wie ein Computer Betriebssystem funktionieren wird: im Hintergrund, effektiv und eigenständig. Digitale Technologien, wie Machine Learning, werden die Lösungen von morgen zuverlässiger, genauer und kosteneffizienter machen. Durch die Digitalisierung der Service Branche werden Dienstleister auch zukünftig gründlich und wirtschaftlich arbeiten können. Mit der Öffnung geschlossener Systeme und dem Einzug neuer, innovativer Produkte in die Solarbranche, ist der Weg zu einer kosteneffizienten Wartung geebnet.

Bei Solytic haben wir den Optimierungszwang der PV-Dienstleister verstanden. Mit der gezielten Automatisierung von monotonen Aufgaben wollen wir die technische Betriebsführung zukünftig deutlich skalierbarer machen und so die Digitalisierung der Solarbranche maßgeblich mitgestalten.